Editionen




















Kunstbücher
 

"Kunst und Kommunikation"; Stämpfli Verlag AG (Text Deutsch und Französisch), ISBN 978-3-7272-1128-7

Viele Jahre hat der Schweizer Künstler und Dichter Antoine Twerenbold intensiv gesucht und geforscht und schliesslich einen neuen Kunststil erfunden: die Kommunikationsplastik.

Es handelt sich um eine Ausdrucksform, bei der sich der Künstler direkt des Rohstoffes Kommunikation bedient, der ältesten, vielfältigsten und komplexesten Verhaltensform menschlichen Seins. Aus diesem Denken und Wirken heraus kreierte er seine Plastische Mentalsprache, die er 2002 erstmals einem begeisterten Publikum vorgestellt hat. Um seine Ideen zu materialisieren, verwendet er Blech, Textil, Kunststoffe und heute vorwiegend den Werkstoff Papier. Die Monografie entrollt in eindrücklicher Weise den interessanten Werdegang und das reiche Werk des bedeutenden und international erfolgreichen Künstlers und Dichters. (Autor: André Pfenninger)
 

- "Erzählungen zum Ansehen" / "Histoires à regarder"; Verlag Cresco, ISBN 3-905-305-09-7

„Die Blechbüchse kannte ich bereits als Kind. Sie war das vielfältigste Spielzeug und ersetzte, wenn es sein musste, alles Andere, das einem gerade fehlte: Sie diente als Mehrfamilienhaus für meine gesammelten Maikäfer, als Telefon oder ganz einfach als prächtiges Lärminstrument, indem ich sie frühmorgens, schon bevor der Milchmann in Sichtweite war, gegen eine Gartenmauer warf. Nun, Letzteres stiess, obwohl es mir das spektakulärste Vergnügen bot, bei der noch schlafenden Nachbarschaft jeweils auf wenig Gegenliebe… Später, Büchsen gefielen mir immer noch, entdeckte ich ‚sinnvollere’ Verwendungszwecke: Sparbüchsen, Blumenvasen, Farbstifthalter.

Eines Tages, das musste so kommen, drang ich mit einer geschenkten Blechschere zum ‚Innenleben’ leerer Büchsen vor: Aufschneiden, zerlegen. Und dann der nächste Schritt: Mit Lötzinn die blechernen Einzelteile zu neuen Dimensionen zusammenlöten. Wenn die Büchsen heute nicht mehr als Spielzeuge herhalten und ich folglich den Schmetterlärm früherer Kreativitätsperioden etwas vermisse, so dient mir das gleiche Material nun als Instrument zum Fabulieren. Träumereien und Geschichten kann ich anfassbare, greifbare Gestalt geben: Es entstehen Erzählungen zum Ansehen.“

- "Les voies du bois" / "Holzwege" (Text Deutsch und Französisch); Verlag Cresco, ISBN 3-905-305-11-9

"Für die Holzabfuhr im Wald gab es früher den »Holzweg“; er führte also nicht zu einer menschlichen Ansiedlung, sondern diente lediglich als Transportweg, der irgendwo im Wald endete. Metaphorisch heisst „Auf dem Holzweg sein“, sich im Irrtum zu befinden und also den Irrweg zu verlassen.

Diese Metapher drängte sich mir auf bei der Beerdigung meiner Frau: Ihr, die an Lungenkrebs starb, entfernten die Ärzte als erstes einen gallertartigen Klumpen - ein Stück toter Lunge. Und, qualvolle Jahre später, als der Holzsarg mit meiner Liebsten in die Grube gleitete, dünkte mich, ein Knirschen, ein Zerbrechen dieses letzten Eigenheims auf Ewigkeit zu vernehmen.

Ich konnte das Ende dieses Menschen nicht akzeptieren, mit dem ich eine fast 40jährige Liebesehe erleben durfte.

Als Bilder des Sterbens sah ich vor meinem inneren Auge nur noch das gallertartige tote Lungenstück und der vermeintlich zu früh zerbrechende Sarg; beides ritzte sich mir tief ins Gedächtnis ein. Ich hatte eine einzige schreckliche Tatsache erkannt: Gott schweigt – und fand keine Antwort auf dieses kaum zu ertragende Schicksal.

Für die Trauerarbeit half mir als Künstler nur noch der Weg der Kunst: Durch den Tod meiner Frau dachte ich darüber nach, dass wir im Leben vielleicht alle auf dem Holzweg sind, und setzte diesen Gedanken schöpferisch um.Ich gestaltete Bilder und Plastiken mit Streichhölzern (der splitternde Sarg) und mit schwarzem Kunstleder (die schwarze Gallert des abgestorbenen Lungenteils). Die enorm aufwändige Klebearbeit mit den Streichhölzern ist keine präzise Intarsienarbeit, weil Streichhölzer nicht Präzisionsinstrumente sind; vielmehr sollen diese Arbeiten auch an die groben und sich gegenseitig schlagenden Baumstämme auf dem „Holzweg“ der riesigen Ströme Nordamerikas erinnern. Diese Trauerarbeit half mir enorm viel – und letztlich ist das künstlerische Resultat ästhetisch selbstständig: Holzwege in vielen Formen."  Biennale von Besançon, 2013

 

 

 

Museumskatalog

- "Museum Antoine Twerenbold", Verlag Epubli, ISBN 978-3-7375-2007-2

Eine neue Sprache. Eine neue Kunst.

 Antoine Twerenbold sagte in einem Gespräch, er sei kein Gegenwartskünstler, er sei ein Künstler von morgen. Wahrlich gewagt, selbstsicher und nicht auf Anhieb allen verständlich, was er damit meinte. Oder etwa überheblich, nur weil er, ein Visionär, schon früh spürte und wusste, dass er den Menschen eine Sprache schenkt, die erst später seine wahre Bedeutung findet, erst in Zukunft verstanden wird?

 Er nennt sich Kommunikationsplastiker und unterscheidet sich damit von anderen plastisch, im Raum Schaffenden, denn sein Rohstoff sind nicht fassliche Dinge, sondern tief der Seele entsprungenes „Material“; es sind nicht Buchstaben, nicht Farben allein, es sind erarbeitete Zeichen für eine Sprache der Seele. Das ist es: mit seiner Sprache geben wir unseren Gefühlen Ausdruck. Jedes seiner Werke erlaubt individuellen Ausdruck. Ein wunderbares Geschenk.

 Wer hat sich nicht schon Dinge gekauft, die einem persönlich an etwas erinnern? Souvenirs? Mit der Plastischen Mentalsprache verhält es sich ebenso, man braucht dazu aber nicht ein Modell des Eifelturmes oder einen schönen Stein vom Strand der Côte d’azur, nein, nur eines oder mehrere nacheinander gereihte „Zeichen“ aus seinem immensen Werk. Viele haben das ausprobiert – und waren begeistert davon, wie hier eine neue, eigene, persönliche Sprache der Seele kreiert wurde.

 Antoine Twerenbold hatte sich 2012 aus persönlichen Gründen entschieden, sein Hauptatelier in Frankreich nach zwanzig Jahren zu schliessen. Nun aber fand sich niemand– auch in seiner Familie nicht – das riesige Lebenswerk von rund zehntausend Kunstwerken zu übernehmen und zu verwalten. Da überlegte er sich tatsächlich ernsthaft, vor dem Wegziehen aus dem Franche Comté im Garten alle seine Werke in einem grossen Feuer – eine Art Happening – zu verbrennen, gefeiert zusammen mit Freunden.

 Da schlug ich, neben vielen anderen, Alarm: Das durfte keineswegs geschehen! Ich entschied mich, in eigener Verantwortung, sämtliche noch vorhandenen Werke zu mir zu nehmen. Schliesslich entstand damit das Museum Antoine Twerenbold.

 Ich danke dem Meister der Plastischen Mentalsprache dafür, dass er mich einer neuen, universalen und trotzdem persönlichen Aussagemöglichkeit zuführte. Deshalb wollte ich, statt einem Feuer zu opfern, dieser Kunst ein ewiges Zuhause schenken – und so entstand das Museum Antoine Twerenbold. Damit kann ich hier, häuslich – wie bei einem persönlichem Sprachausdruck – diese wertvollen Schätze für immer einem interessierten Publikum zeigen. Das erfüllt mich mit Stolz und Zufriedenheit.

 

Doris Büchele, Verantwortliche  Museum Antoine Twerenbold







 





 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedichte

- "Wer legt schon Brände hinter Brandmauern"; Verlag Cresco, 1989; ISBN 3-905305-01-1

"Dieses Werk enthält kaum Gedanken an schöne Zeiten oder Erinnerungen an Fliedergeruch und Schmetterlinge aus unverdorbenen Tagen. Es sind vielmehr Auseinandersetzungen mit dem Schmerz, Streitgespräche mit Gott. Abrechnungen mit Lüge und Profilneurose, Abschied von verlebter Liebe. Die Gedichte 'Wer legtr schon Brände ginter Brandmauern sind leise Schreiversuche, auf Papier gebannte Sehnsucht, Hoffnung, Suche nach Halt. Gedichte also für Dialog, Teilnahme,Meditation." ("Berner Oberländer",  1989)

- "Und schmeckt nach Staub"; Verlag Cresco, 1992; ISBN 3-905305-02-X

"Twerenbold weckt Neugierde (...) ein leiser Schreiversuch, auf Papier projizierte Sehnsucht, Hoffnun, SDuche nach Halt. Gedichte für den Dialog, die Teilnahme und Meditation." ("Bieler Tagblatt", 1992)

 

- "Wortlaub im Stillebruch"; Verlag Cresco, ISBN 3-905305-05-4

- "Schweigebilder mit Schattenscherben"; Verlag Creso, ISBN 3-905305-04-6

- "Ein Komet durchschlägt das Himmelsglas"; Verlag Cresco, ISBN 3-905305-03-8

Diese Gedichte(-Trilogie) entstanden zwischen 1989 und 1993, in einer kurzen Denk- und Bedenkzeit, mit Käpfen in Kopf und Herz zum Kern, in den eigenen Kosmos. Strafarbeit. Selbstauferlegte. Und dabei, in den Weiten der Freiheit, bin ich den Ungeheuern des Selbstgozttes begegnet. Mut. Es war eine Welt der Durchsicht, ein Leben der Klarsicht. Meditation. Diese Zeilen füllten schliesslich drei Stapel Blätter, und daraus wurden drei Bände mit Gedichten - jeder eins in sich, aber trotzdem zusammengehörig -, die Trilogie: Ein Komet durchschlägt das Himmelsglas", Schweigebilder mit Schattenscherben", Wortlaub im Stillebruch". Und was soll das?

Dazu folgende Arbeitsnotiz aus den Durchsichtsjahren:

"Himmelsglas, Schattenscherben, Stillebruch - überall Zerbrechlichkeit? Ja - und doch auch: Schweigebilder, Wortlaub, Komet. Reststücke, Überbleibsel, Wegmarken also. Da ist Wendezeit gewollt, Werdezeit. Hier steht der Wunsch für Werdung."

Antoine Twerenbold

- "Abgeschwitztes Versprechen"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2432-6

Überpolstertes Selbstbewusstsein / beleuchtete gefehlte Zusage / für neues Leben / Eitelkeiten Dampf / schnauzte zu // abgeschwitztes Versprechen / aus archaischen Zeiten / in Zielgerade / erreichte nicht einmal / Nutzarbeiter Ohren / in Wüste Täglich geben wir so viele Versprechen wie wir auch lügen – zum Teil mit verheerenden Folgen für andere Menschen. Das sind misslungene Versuche unserer Kommunikationstechniken zur eigenen Behauptung in der Gruppe; der Mensch: ein Herdentier, das angenommen sein möchte unter seinesgleichen. Antoine Twerenbold (1947) hat in seinem Gedichtband „Abgeschwitztes Versprechen“ (2013) diese Schwächen in zahlreichen Beispielen subtil, mit grosser Menschenkenntnis und Lebenserfahrung geistreich in starke Gedichte gefasst. Zur Illustration des Gedichtbands „Abgeschwitztes Versprechen“ wählte Antoine Twerenbold (1947) elf selbstgemalte Porträte (1995) von Menschen in Lemuy,

 

- "Am Endebett"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7375-2008-9

„Am Endebett“ ist ein Gedichtband „in memoriam“: Antoine Twerenbold hat darin alle Gedanken zusammengestellt, die er während der Pflegezeit seiner Frau bis zu deren Tod durch Lungenkrebs geschrieben hatte. Diese tief empfundenen Gedichte über Liebe, Hoffnung, Angst und Abschied sind eine poetisch verarbeitete Trauer.

Bebildert ist der Band mit Werken zum selben Thema: Antoine Twerenbold zeigt darin Einzelstücke aus der Kunstinstallation „Holzwege“, das ihm an der Biennale von Besançon (F) 2013 ein sehr grosses Medienecho bescherte.

Die 91 Gedichte und 11 Illustrationen können auch jene begleiten, die einen geliebten Menschen verloren haben. Das zeigen die letzten Zeilen:

Alles in mir /erinnert sich / warmen Blutes / unseres

letzten Kusses / tote Augen / weinen / bleiche Sehnsuchtsperlen / adieu mon amour

- "Aschenbetupfte Verwelkung"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-3683-1

Kleine Licht- und Ascheteilchen schleichen über unseren Tod hinweg ins Ewige. Viel Unrecht ungesühnt, Brutales nicht entdeckt, Rufe ungehört. Wer dem Glauben an Ihn nahe ist, muss sich immer wieder überprüfen, ob nicht nagende Zweifel seine Heimsuchung sind: Unrecht ist unsere, nicht Seine Benennung. Weil immer nur wenig Zeit, wenig Platz und vor allem wenig Aufmerksamkeit uns bleibt, Wichtiges markierend zu äussern, bleibt nur noch die ganz dichte Form gesammelten Verlierergutes, wie es der Dichter Antoine Twerenbold in seinem Gedichtband „Aschenbetupfte Verwelkung“ schrieb und festhält: Weltschutt letzter Tage / auf schiefer Bahn / entdeckt mit / grellem Flutlicht // Arbeitsweg Rechtloser // Prüfungsende / mit Tränen / und leerem Schlucken / weggeschreckt / heimatlos / würdelos / leblos. Antoine Twerenbold hat den Gedichtband „Aschenbetupfte Verwelkung“ mit 10 Werken aus seinem Arbeitszyklus „ Glutstummel abgebrannter Worte“ (2015) illustriert.

 

- "Fallhalde Wiederkehrender"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-1686-4

Seit den ersten Gefässen unserer Vorfahren kennen wir auch das Wegwerfen zerbrochener und somit wertlos gewordener Nutzgefässe. Sie häufen sich abseits der Wohnorte oder werden über Fallhalden geworfen. Fühlen sich nicht auch manche Menschen nutzlos und somit wertlos, auf die Fallhalde entsorgt, oft nur wegen Ungenügens am Arbeitsplatz, wegen fortgeschrittenen Alters, wegen Armut? Nicht allein solchen Menschen, sondern dem ganzen Denken unseres neuzeitlichen, in purer Selbstsucht gewachsenen Leistungsdenkens widmet Antoine Twerenbold den Gedichtband „Fallhalde Wiederkehrender“ (2011). Illustriert ist der Gedichtband mit 10 Fotos von Kunstobjekten aus Büchsenblech. Antoine Twerenbold fertigte diese Werke zwischen 1976 und 1988 unter dem Arbeitstitel „Erzählungen zum Ansehen“. Gedichte und Recyclingobjekte – ein Buch mit Doppeltem Kunstwert.

 

- "Flügel im Fischernetz", Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2437-1

Mit wenigen Zeilen begann Antoine Twerenbold an Stränden von Schweizer Seen und an der Ost- und Nordküste Deutschlands Vorkommnisse festzuhalten und schrieb zum Beispiel: Vermutetes / Rundumparadies / als / leere Kugel in / unserem Wünscheall // Federn / fliehender Vögel / helle Pinselstriche / am schwarzen Himmel // Warumschreie / Niewiedersehnsucht „Flügel im Fischernetz“ (2010) 71 Gedichte von Wind, Meer, Sehnsucht, Tränen, Angst – alles Gefühle, sobald der Mensch am Wasser ist, als stünde er an Heimwehs Anfang, an Lebenendes Ankommen, kreisenden Vögeln zwischen uns und dem Himmel gleich. Auch das Meer hat seine ganz eigene Sprache für jene, die hinsehen, hinhören und hinverstehen können. Deshalb ist dieser Gedichtband mit 8 Bildern von einzelnen Plastiken aus der grossen Installation „Meeressilben“ (2010) von Antoine Twerenbold illustriert – ein gelungenes Werk mit hohem Niveau aus Wort- und Bildgedichten.

 

- "Formender Sündenwahn, Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-1684-0

Jungflucher, entschrifteter Denkinhalt, Regen segnet mich und ich weine mit ihm – viele gewichtige, inhaltssichere Worte sind Ausdrucksorientierungen dieses Gedichtbandes von Antoine Twerenbold. Er gab ihm den Titel „Formender Sündenwahn “ (2015) und weist damit auf die belastende Lebensart vieler Menschen hin, die Gott gefällig ihr Leben gestalten möchten, aber durch Ängste und Selbstvorwürfe im Strudel des Alltags und in bleischweren einsamen Nächten zu versinken drohen. Da aber blinzelt auch, wie immer bei den Gedichten von Antoine Twerenbold, die Hoffnung, Umkehr ins Gute durch: Wie bei alten Häusern / denke ich mal / nicht nur Steine / können erzählen // Wolken kennen / bessere Geschichten / in ihren weissen / Kultkleidern. Antoine Twerenbold bereicherte diesen Gedichtband mit 10 eigenen Zeichnungen aus dem Zyklus „Kommas“ (2002 – 2003).

 

- "Gehauchte Schwäche"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2421-0

Die Zeilen aus der ersten Strophe des Titelgedichtes aus dem Band „Gehauchte Schwäche“ von Antoine Twerenbold sind Zeugen, wie der Mensch, wenn er nicht mehr sprechen kann, vielleicht letzte Worte, den Schlusssatz seines Lebens nur noch hauchen kann – Aussprache beim letzten Ausatmen: Goldene Stadt / vor meinen Augen / nicht von Heiligen gebaut / nach Talsperre und Hurendenkmal / gut sichtbare / gehauchte Schwäche / an Sperrwänden // Die 80 Gedichte umfassende Sammlung hat Antoine Twerenbold mit eigenen Werken illustriert: 10 Schwarz-Weiss-Zeichnungen in Postkartengrösse, die er 1998, nachdem er seinen Bruder in der Schweiz beerdigen musste, im Militärflugzeug nach Sarajevo herstellte, wo er als Zivilist im Auftrag der OSCE Schweiz für Kulturaustausch hinreiste.

- "Gescheitertes Schweigen"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2435-7

Kennen Sie die drei Affen, welche uralte Weisheiten im Umgang mit Bösem darstellen? Darf man sich so daneben verhalten, wenn Einschreiten gegen Unrecht dringend nötig wird? Schweigen ist dann zum Scheitern verurteilt. Mein geliebtes und / gelebtes Unverständnis / unter Regenbogen / unterschiedlich je nach / Heimat // Jagefühl hat / ganz andere Kraft / im Zwinger für / vereinsamte Widersacher Diese Zeilen aus dem Gedichtband „Gescheitertes Schweigen“ (2015) von Antoine Twerenbold zeigen Folgen im Umgang mit Schweigen. Nicht zusehen, wenn Armut, Naturzerstörung und anderes mehr Menschen das Leben verunmöglicht. Ungerechtigkeit bekämpfen, Täter bestrafen - von Schreibenden gegeisselt und Wegsehenden vor Augen gebracht. Er hat zur Illustration dieses Gedichtbandes 10 neue Werke ( 2015) auf Papier gefertigt – aus Streichhölzern und grauer und schwarzer Farbe. Alle Kunstwerke zeigen den Zustand gescheiterten Schweigens

 

- "Gesichter am Selberkopf"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2434-0

Wer ist nicht schon Menschen begegnet, denen man ihre Lebensgeschichte aus Enttäuschung, Verlust und Elend auf dem Gesicht geschrieben sah? Kreaturen ohne Hoffnung, ohne Hilfe auch? Wer hat Zeit für diese Randgruppen, gibt ihnen Würde und Menschlichkeit zurück? Im Gedichtband „Gesichter am Selberkopf“ (2013) versucht Antoine Twerenbold (1947) jenen das Wort zu geben: Viele Gesichter / am Selberkopf / manchmal / Lebenszeuge / und / Erinnerungsdienstes / Zeichen // frage mich / bei jedem abgeschnittenen / Zweig am Wahrheitsbaum / wo ist Blütenfülles Mutter oder Erziehen, beugen, plattreden / Zwischenlager Wortschichten / Antworthemmungen // bis zum letzten / Schmerz. Antoine Twerenbold illustrierte seinen Gedichtband „Gesichter am Selberkopf“ mit 10 sehr expressiven, selbstgemalten Porträts (1995) von Menschen seiner Nachbarschaft in Lemuy, Franche Comté (F).

 

- " Hinter Wortgerippen und Satzskeletten"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7375-2008-9

Gerippe und Skelette sind letzte Überreste, bevor alles Organische zu Staub wird – keine schöne Vorstellung für Geliebtes. Es sind aber auch Symbole für Gestorbenes, Misslungenes, Zeichen für den falschen Weg, tödlicher Irrtum. Diese Gegenstände zur Darstellung des Endliches blieb meistens nur Malern vorbehalten, für Bilder in Toten- und Beinhäusern, auf Fahnen bei Karfreitagprozessionen, für Trauertraktate und Bibelstellen – vor allem mit Hölledarstellungen. Viel heikler wird es, diese Endezeichen in Worten darzustellen; sie sind wenig Sichtbares für kaum Schriftkundige. Und gerade darin liegt das sensible Vermögen eines Menschen, sich nur in Worten auszudrücken, Schriftbilder zu zeigen, wenn es um die kaum fassbaren, letzten Dinge im Leben geht. Der Dichter Antoine Twerenbold hat dafür die schwierigste Form schriftlichen Ausdruckes, das Gedicht, gewählt, um seinem Denken darüber eine Fassung zu geben. So zum Beispiel in dieser knappen Darstellung in seinem Gedichtbande „Hinter Wortgerippen und Satzskeletten“: Mit / Leib und Leid / Neid entflohen / abgrundtief erfahren // so / verlor ich mich / fremd // in mein / Inneres Antoine Twerenbold ist Berufener, der Mitteilung, den Möglichkeiten menschlichen Verständnisses Formen zu geben. Seinen Gedichtband „Hinter Wortgerippen und Satzskeletten“ hat er durch eigene vier Linolschnitte mit Zeichen aus seiner von ihm erfundenen Spezialsprache bereichert.

- "Im Windfang verirrt"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2417-8

Falsche Richtung, andere Annahmen, Vorurteile – wie oft irrt der Mensch auf seinen Wegen oder verliert sich in einer Sackgasse. Auch ohne Schuld. Oder gar von anderen hineingezwängt mit Willensbruch. Keiner kommt ohne Betrug so glitschig-glatt durchs Leben, denn irgend jemand wird dafür geopfert. Das rächt sich vom Himmel her - und ist der letzte Trost Leidender, wie der Gedichtband „Im Windfang verirrt“ (2012) von Antoine Twerenbold (1947) zeigt: Engel / im Windfang verirrt / konnte selten / wichtige Worte segnen // wie kleine Blumensignete / versiegelte Schönheiten / aus geheimen Palästen // aber immer wieder / die Rückhand Gottes / gespürt / wenn Menschen ihn / und andere Werte / nicht erkannten

Antoine Twerenbold hat seinen Gedichtband „Im Windfang verirrt“ mit 10 eigenen „Studienskizzen für Aussenplastiken“ (1994) illustriert.

- "Kopfvolles Lippenleben"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418- 3681-7

Beim Sprechen können wir nichts ohne Lippen sagen. Und da gibt es Unterschiede: Zum einen haben wir nur Herz, Gefühle, Schmerzvolles, Heiteres, Liebes und Freundliches auf den Lippen. Aber zur Hauptsache sagen wir nur Kopfdinge – reden, im besten Fall, womit der Kopf arbeitet, also Gedachtes. Und dann gibt es da noch eigentlich Zwischenformiges, Kopf hat plötzlich Herzdenken – über die Lippen kommen Gefühle wie „Jetzt hör mir mal zu!“. Der Gedichtband „Kopfvolles Lippenleben“ von Antoine Twerenbold, hat dieses Thema zum Inhalt: Befremdeter / fragt unhöflich / unvorbereitet / mit rauer Gedächtnissprache // Verrohung dunkler Bedenkzeit // eingeformt / viele Versuche / milder Beteiligungen / unter Wurfsteinen versteckt // was will er eigentlich. Zur Illustration dieser Gedichtesammlung verwendete Antoine Twerenbold 10 Bilder aus dem 2015 erschaffenen Arbeitszyklus „Tag- und Nachtschriften“.

- "Lichtfürchten"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2409-8

Nur Geschattetes muss das Licht fürchten, so wie einst Adam im Paradies, als Gott ihn suchte. Auch wir wollen manchmal lieber etwas verstecken als es alle Menschen wissen lassen. Deshalb lässt man sich vom Dichter berühren und denkt noch lange über seine Worte nach. Im Gedichtband „Lichtfürchten“ (2013) von Antoine Twerenbold (1947) sind solche Texte zu entdecken. Lichtfürchten beginnt / Elend gehört / ganzes Leben / schwemmt sich weg / in Schlick // Wrack nie gefunden Mit reicher Lebenserfahrung wagte er das zu schreiben, was sonst nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird. Einige Menschen erkennen sich selber in diesen Texten, oder sie möchten andere schreiben und riskieren dabei Kleckse im ganzen Inhalt. Antoine Twerenbold hat zu Illustrationszwecken seines Gedichtbandes „Lichtfürchten“ sinnigerweise 10 seiner Zeichnungen aus dem Werkzyklus „Kleckseknoten“ (2012) verwendet.

- "Nachtwahrsagen"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2436-4

Ich weiss es nicht / ich weiss es nicht / ich weiss es einfach nicht Gleich dreimal ruft diese Erkenntnis menschlicher Wissensgrenzen aus einem der Gedichte von Antoine Twerenbold im Band „Nachtwahrsagen“ (2015). Immer wünschte der Mensch, alle Geheimnisse des Lebens und der Welt zu erfahren und in seinen Dienst zu stellen. Antoine Twerenbold ertappte aber auch viele Menschen beim Scheitern: Fehltritte, Unvermögen, Ängste, mitunter auch blanker Neid und Hass auf andere, die mehr Glück hatten in ihren Versuchen weiterzukommen. Antoine Twerenbold hat vieles davon im eigenen Leben erfahren und konnte daraus klug und treffsicher Aussergewöhnliches schriftlich festhalten und zu zeitgemässen Gedichten formen. Kennen nicht fast alle Menschen Geheimschriften, mindestens jene erfundenen aus Kindertagen und Jugendzeit? Antoine Twerenbold  illustrierte den Gedichtband „Nachtwahrsagen“ mit Teilen seines Kunstwerkes „Afrikanisches Alphabet“ (2008).

- "Schiff bescheidener Seelen; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2422-7

Hier natürliches Sterben durch Verwelkung - Stängel- und Samenkapselrückstände, da Entsorgung durch Verbrennen - Ascherückstände. Manchmal, als Laune der Natur, verirrt sich Asche auf Organisches im Verwelkungszustand. Doch muss es nicht immer Gegenständliches sein, durchaus kann man auch diese Bilder als Metapher verwenden, wenn Seelisches verwelkt, verbrennt. Der Dichter Antoine Twerenbold hat dieses Thema in seinem Gedichtband „Aschenbetupfte Verwelkung“ in knapper Form zum Ausdruck gebracht. Hier ein Beispiel: Gebete und fromme Worte / inmitten / teppichbeissender Heuchelei / weniger abgehobenes / Gewohntenvolk / übt dagegen / freischüttelnde Gespräche / und hinterlässt / spätnachmittags / wenn hiesige Glocken / Abendmahlzeit vorschlagen / rotgrau vermischte / Schattenbilder/ Menschens Ursünde. Antoine Twerenbold hat diesen Gedichtband mit 10 Fotos aus seinem 16teiligen Werkzyklus „Tide-Schrift“ illustriert.

- "Werlosegefahr"; Verlag Epubli, ISBN 978-3-7418-2428-9

Rundum / sperrender Mantel / Anklagemauer / Verachtung / mit Schreibstil / als Gewalttäter // schmunzelnde Greise / sagten wortlos / nicht so war es Wenn Wehrlose aus ihrem Leben erzählen, verfälschen Stärkere den Wortlaut nach ihrem Nutzen. Traurig, niederträchtig und wahr. Wie ist denn jenen Menschen, wenn man sie erzählen lässt? Manchmal reichen ihre Aussagen nur als Stakato ihrer Angst, Überbleibsel geschändeter Muttersprache. Sie zeigen Wortbilder, Lebensabrisse, dunkle Ablasse Fremder Verantwortung. Antoine Twerenbold hat nicht nur eine sicht- und lesbare Seelenschrift erfunden, sondern auch den Gedichtband „Wehrlosegefahr“ geschrieben für Menschen, die viel Ungewöhnliches, Schreckliches gesehen und erlebt haben und sich wehren möchten. Illustriert ist das Werk mit seinen Entwürfen für Blechplastiken (1980).